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Spielbeschreibung: Das erfolgreichste Actionspiel 2002 hießt nicht etwa Max Payne oder Mafia, sondern Battlefield 1942. Knapp anderthalb Jahre und zwei Add-ons später ist die Popularität des Multiplayer-Shooters beinahe ungebrochen. Rund 5.000 Spieler kämpfen zu jeder Tageszeit als Soldaten der Alliierten und Achsenmächte um den Punktesieg im Internet. Kein leichtes Erbe also, das Battlefield Vietnam nun antritt - doch die Neuauflage erweist sich als ein mehr als würdiger Nachfolger. Das Weltkriegsszenario des Vorgängers lässt das neue Battlefield samt Tiger-Panzern und B-17-Bombern weit hinter sich. Es geht in das Vietnam der 60er und 70er, wie es Kinostreifen wie Apocalypse Now oder Full Metal Jacket skizzieren: Dschungeldörfer, mit Haifischmäulern bemalte Hubschrauber, roher Gitarrenrock. Zwei Teams balgen sich dort um Flaggen, Frags und Fahrzeuge. Auf der einen Seite amerikanische GIs im Verbund mit Regierungstruppen aus dem Süden, auf der anderen Seite der Vietcong und die nordvietnamesische Armee (NVA), jeder erpicht darauf, die gegnerischen Stützpunkte zu erobern und die eigenen zu halten. Das Gefecht ist erst zu Ende, wenn eine Partei keine Verstärkungen mehr in die Schlacht werfen kann, im Battlefield-Jargon als Tickets bekannt.
Auf den ersten Blick frischt Battlefield Vietnam also nur das bekannte Spielprinzip mit neuen Karten, Waffen und Vehikeln auf. Aber mit jeder Partie wird deutlicher, dass der Szenariowechsel ein völlig neues Spielgefühl mit sich bringt. Beispielsweise die Grafik: Mehr Details, hoch aufgelöste Texturen, spektakuläre Effekte - alles nur Blendwerk? Ganz im Gegenteil: in der dichten Vegetation finden etwa Scharfschützen willkommene Verstecke. Oder die Hubschrauber: die verleihen der Flaggenhatz eine bis dato ungekannte Dynamik. Die größten Vertreter im Hangar fliegen bis zu sechs voll bewaffnete Soldaten ein und schleppen sogar noch einen Panzer oder Jeep mit sich. So lassen sich an jedem Punkt der Karte binnen weniger Sekunden Verstärkungen heranholen oder Überraschungsangriffe auf scheinbar sichere Stellungen hinter den feindlichen Linien starten.
Ein Ritt mit der Luftkavallerie geht erstaunlich einfach von der Hand. Nach einer Stunde Eingewöhnung sollten auch Einsteiger ohne Simulationskenntnisse mit den Helis zurechtkommen. Etwas mehr Erfahrung erfordert da schon die Steuerung der Düsenjäger- und Bomber. Die pflügen zwar nicht mehr mit einer ganz so halsbrecherischen Geschwindigkeit durch die Lüfte wie ihre Ahnen aus dem Battlefield-Add-on Secret Weapons, lassen sich aber nur mit einem Joystick wirklich optimal lenken, während den Helis die Maus genügt.
 Die Luftwaffe ist aber nicht die wichtigste Waffengattung. Infanteristen wird es freuen zu hören, dass ihre Überlebenschancen gestiegen sind. Das liegt zum einen an der Level-Architektur. Von den insgesamt 14 Levels spielen die meisten in dicht bewachsenen, hügeligen Gebieten mit reichlich Platz für Hinterhalte. Vier stellen die verwinkelten Straßenzüge einer Großstadt nach. Da sind verbissene Häuserkämpfe garantiert und Panzer leichte Beute. Zum anderen haben die Fußsoldaten aufgerüstet. Der NVA beispielsweise steht mit dem SA-7-Raketenwerfer eine äußerst schlagkräftige Luftabwehrwaffe zur Verfügung, die nicht nur jeden vorwitzigen Hubschrauber vom Himmel holt, sondern deren hitzesuchende Geschosse zur Not auch Jeeps oder Panzer verfolgen. Insgesamt gibt es vier Spielerklassen: Soldat, Sturmtruppler, Pionier und Kundschafter. Die ungeliebten Sanis aus dem Vorgänger schickt Battlefield Vietnam in Rente; es sind ohnehin genügend Munitions- und Verbandskisten auf den Schlachtfeldern verteilt. Die Unterschiede sind stärker ausgeprägt als früher. Beispielsweise dürfen sich amerikanische Scouts ein automatisches Scharfschützengewehr umschnallen, ihre Kollegen von der roten Fraktion schleppen dafür Krähenfüße oder Minen und Zeitbomben mit sich. Klassenwechsel sind jederzeit möglich: Einfach die Waffen eines gefallenen Kameraden oder Feindes aufgesammelt, und schon wird aus dem Pionier ein Sturmsoldat. Zurückstecken muss die Marine: Statt Schlachtschiffen, U-Booten und Flugzeugträgern schaukeln nur kleine Schaluppen auf den Gewässern. Dabei sind die Amerikaner im Vorteil: Während die Nordvietnamesen mit klapprigen Fischerkähnen Vorlieb nehmen müssen, tuckert die US Army auf Patrouillenschiffen die Flüsse hinauf und fährt sogar Landungsboote auf, die als Heli-Landeplatz und mobiler Einstiegsort dienen. Solche beweglichen Spawn-Punkte können die Amerikaner außerdem in Form von Kisten per Luftlandung an jeden beliebigen Punkt der Karte transportieren. Den gleichen Zweck erfüllen die Tunnelsysteme, die Ho Chi Minhs Pioniere auf Knopfdruck buddeln. Noch ein Grund, warum die Fronten in Battlefield Vietnam weit weniger sicher sind als im ersten Teil. Von den angekündigten neuen Spielmodi hat es nur die Evolution genannte Variante ins fertige Spiel geschafft. Dahinter verbergen sich fünf Einsätze mit jeweils zwei historisch verknüpften Karten, wobei der Ausgang des ersten den Start des nächsten bestimmt. Will heißen: Die siegreiche Partei beginnt das zweite Match mit einem größeren Ticket-Vorrat. Interessant dürften diese Schlachten vor allem für Clan-Begegnungen sein. Im Zentrum steht allerdings nach wie vor der aus Battlefield 1942 bekannte Modus Eroberung. Den haben die Entwickler wie schon in den Add-ons Secret Weapons und Road to Rome für einige Karten leicht abgewandelt. Bei der Variante Assault etwa startet eine der Fraktionen mit nur einer Basis, dafür aber besserer Ausrüstung, während die andere voll in die Defensive gedrängt wird. Nicht immer fair, aber fordernd. Auf Head-on-Maps dagegen ringen beide Parteien um einen oder zwei Punkte in der Mitte der Karte, deren Kontrolle den Gegner besonders viele Tickets kostet. Features: - Neue Rendering- und Soundengines
- Transport von Fahrzeugen (Panzer, PT-Boote) durch Hubschrauber
- Original-Musik der Vietnam-Ära
- Auswahl an Charakteren innerhalb der verschiedenen Soldaten-Gruppen (Sturm, Sanitäter, Späher, Panzerabwehr, Ingenieur)
- Original Waffen, Fahr- und Flugzeuge
- Neue Sekundärexplosionen, die in der Nähe anderer brennbarer Gegenstände ausgelöst werden
- Passagiere an Bord der Fahrzeuge haben nun die Möglichkeit, Waffen abzufeuern
Quelle: PC Games Klassik Tests
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